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Muttergottes-Fest

Die große Muttergottesprozession mit ihren vier Stationen findet alljährlich am Sonntag nach dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt (15. August) statt. Nach einem feierlichen Gottesdienst besucht die Freudenreiche Muttergottes-Statue der Oberen Pfarre die Darstellung der Schmerzhaften Muttergottes (Pieta) von St. Martin. Zu diesem Anlass wird die Figur, eine überlebensgroße, sitzende Muttergottes mit dem stehenden Jesuskind, das einen Vogel in der Hand hält, aus dem Hochaltar der Oberen Pfarre genommen und in einer Prozession mitgetragen. Das um 1300 entstandene, aus Nussbaum gefertigte Gnadenbild wird zuvor mit barocken Kleidern versehen, an denen zahlreiche Votivgaben angebracht sind. Über drei Tage hinweg finden in der reich geschmückten Kirche Anbetungsstunden vor der ausgesetzten Eucharistie statt. Das Bildnis befindet sich in dieser Zeit in der Mitte der Kirche und wird während der Nächte von einer „Ehrenwache“ beschützt.

Am Ende des 17. Jahrhunderts nahm die Verehrung der Muttergottes der Oberen Pfarre stark zu. Wahrscheinlich war der Auslöser eine Epidemie, an der viele Kinder starben. Die Anzahl der Messen vor ihrem Bild stieg von Jahr zu Jahr, so dass man im Jahr 1707/08 4650 Gottesdienste zählte. Die Menge der gestifteten Votive, die heute noch teilweise erhalten sind, zeugen von der Dankbarkeit an die Gottesmutter mit ihrem Kind. Der Wunsch nach einer Prozession, bei der man die Muttergottesfigur mittragen wollte, wurde bereits 1699 von Pfarrangehörigen an den Pfarrverweser Kaspar Neydecker herangetragen. Im Jahre 1700 fand die erste Prozession statt, die sich noch im Pfarrsprengel bewegte. Ab 1702 ging man nach St. Martin. Die Prozession sollte zu „beförderung der Ehr der Gottesmutter und als underthänigsten Danck sagung vor die liebe Frücht“ abgehalten werden.

1787 nahm der Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal an diesem Umzug teil. Die Säkularisation 1803 brachte Einschnitte in das Prozessionswesen. Dem Einsatz des Pfarrers Augustin Andreas Schellenberger (1746-1832) ist es zu verdanken, dass sie bald in alter Weise wieder ausziehen konnte.

Behinderungen musste man auch während der nationalsozialistischen Zeit hinnehmen. Doch 1945 konnten die Pfarrangehörigen wieder ungehindert an ihrer Prozession teilnehmen. Ihre Beliebtheit wird durch die stetig ansteigende Zahl der Teilnehmer in den letzten Jahren bestätigt. Zudem bekam sie eine Aufwertung durch die Teilnahme von Erzbischof Dr. Karl Braun und durch seinen Nachfolger Erzbischof Dr. Ludwig Schick.

Walter Milutzki