Pfarrei Unsere Liebe Frau:Drei Stadträte als Fahnenträger

Im vergangenen Jahr wurde die große Bamberger Marienprozession von der Oberen Pfarre nach St. Martin zwar abgehalten, musste dort aber beendet werden, da ein starker Regen einsetzte. Dieses Jahr fand sie nach Angaben von Helmut Hetzel, Pfarrer und Leitender Pfarrer im Katholischen Seelsorgebereich Bamberger Westen, unter idealen Wetterbedingungen statt und war auch nach schwächelnden Jahren wieder von sehr vielen Gläubigen aus der Stadt und dem Landkreis besucht, sodass die Obere und Untere Pfarre gut besucht waren.
Im Festgottesdienst in der Kirche „Unsere liebe Frau“ am Kaulberg suchte und fand Hetzel mit Sebastian Martin Niedermaier, Stefan Kuhn und Christian Lange noch schnell drei Fahnenträger unter den zwölf Stadträten, da seine Ministranten nicht reichten, um die Muttergottesstatue standesgemäß von zwei Fahnen vorne und hinten zu begleiten.
Hetzel sagte in seiner Predigt, dass Pilger sich bewegen, ein klares Ziel haben und etwas mitnehmen. Maria war nach seinen Ausführungen ein Mensch, der im übertragenen Sinn auch Pilgerin war, da sie nie sitzen blieb, sondern immer auf dem Weg zu Jesus war bis zum Kreuz. „Maria ist immer offen für Neues“, betonte er, „sie hat alte feste Strukturen selbst überwunden.“ Sie bewege sich auf andere zu und habe den Blick für die Zukunft. Darin sei sie uns ein Vorbild.
Nach der Heiligen Messe setzte sich die Prozession in Bewegung den Kaulberg hinunter, über die untere Rathausbrücke hin zum ersten Altar bei der Jesuitenkirche der Englischen Fräulein. 16 starke Männer trugen die mit barocken Gewändern ausgestattete und mit Blumen der Häcker herrlich geschmückte Glorreiche Mutter Gottes.
Die Vereine von Kolping, Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), Feuerwehr, Frauenbund, Schützen, die Gemeinschaft der Karmeliter und natürlich die Häcker und Gärtner, aber auch die Politiker MdB Thomas Silberhorn, MdL Melanie Huml, Bambergs Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner und weitere zwölf Stadträtinnen und -räte liefen im Zug mit.
Höhepunkt war die Begegnung der Freudenreichen Mutter Gottes mit der Schmerzhaften Mutter Gottes in der Pfarrkirche St. Martin. Der Weg führte dieses Jahr zum ersten Mal über das Pfahlplätzchen wieder den Kaulberg hinauf. Der letzte Altar war dann auf dem Frauenplatz vor der Oberen Pfarre. Diakon Josef Geißinger und Pastoralreferent Christian Schneider begleiteten das Allerheiligste und assistierten dem Pfarrer.
Die Wunderburger Blaskapelle unter ihrem Dirigenten Klaus Weiner umrahmte die Prozession musikalisch. Gerhard Metzner von den Häckern dankte nach dem Schlusssegen Uwe Wendemann, Gotfried Schubert und Anton Motschenbacher, die zum Teil fast 50 Jahre Muttergottesträger waren.
Froh waren alle Teilnehmer, dass die über 300 Jahre alte Prozession stattfand, denn wenn sich die zwei Marien nicht sehen, kämen schlimme Zeiten oder Krieg, so der Volksglaube.