Zum Inhalt springen

Abschied von langjährigem Dompfarrer Gerhard Förch / Erzbischof Herwig Gössl: „Er hat die Verbundenheit gestärkt und Spaltung überwunden“:„Im ganzen Leben mit Christus verbunden“

Porträt von Dompfarrer Gerhard Förch, das während des Requiems aufgestellt war.
Datum:
Veröffentlicht: 14.2.26
Von:
hal

Bamberg. Mit einer bewegenden Trauerfeier haben das Erzbistum Bamberg und die Dompfarrei Abschied genommen von Monsignore Dr. Gerhard Förch. Der frühere Domkapitular und langjährige Dompfarrer war am Samstag (7. Februar) im Alter von 82 Jahren gestorben.

Erzbischof Herwig Gössl würdigte den Verstorbenen in seiner Predigt am Freitag im Pontifikalrequiem im voll besetzten Dom als tiefgläubigen, den Menschen zugewandten Seelsorger, der sich um Zusammenhalt und ökumenische Verbundenheit bemühte. Mit seiner ruhigen, unaufdringlichen Art habe er Menschen zusammengeführt und Spaltung überwunden. Gössl dankte ihm im Namen des Erzbistums für seine fast 56 Jahre im priesterlichen Dienst.

„In seinem ganzen Leben wusste sich Gerhard Förch Jesus Christus verbunden“, sagte der Erzbischof. Förch habe die Nähe zu den Menschen gesucht und gepflegt – in der Familie ebenso wie im priesterlichen Dienst. Viele Weggefährten aus Pfarreien, Verbänden und geistlichen Gemeinschaften seien ihm über Jahre hinweg verbunden geblieben. Besonders hob Gössl sein ökumenisches Engagement hervor, mit dem er zur Verständigung zwischen den Konfessionen beigetragen habe.

Auch in seiner letzten Lebensphase habe ihn diese Verbundenheit getragen. Als seine geistigen Kräfte nachließen, sei er dankbar gewesen für Besuche und Zuwendung. Der Dank des Verstorbenen galt neben Angehörigen und Freunden insbesondere den Pflegekräften sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Caritasheims St. Josef in Gaustadt, wo er zuletzt lebte.

Als geistliches Leitwort begleitete ihn der Vers aus dem Römerbrief „Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn“, der auch auf seinem Sterbebild steht. Dieses Bekenntnis sei Ausdruck seiner tiefen Christusverbundenheit gewesen, so der Erzbischof. Darin liege zugleich Trost und Hoffnung über den Tod hinaus.

Gerhard Förch wurde am 27. Januar 1944 in Fürth geboren und 1970 zum Priester geweiht. Er war als Seelsorger in der Jugendarbeit aktiv, ab 1977 Diözesanjugendpfarrer und ab 1978 Domvikar und Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes. Ab 1984 war er Hochschulseelsorger und ab 1986 Pfarrer in St. Kunigund in Bamberg. Von 1994 bis 1998 wirkte er in der Pfarrei St. Ludwig in Ansbach, bevor er 1998 zum Dompfarrer in Bamberg ernannt wurde. Seit 1996 war er Mitglied des Domkapitels, 2000 wurde er Regionaldekan für die Dekanate Bamberg, Burgebrach, Hallstadt-Scheßlitz und Hirschaid. Er war zudem Mitglied in zahlreichen Kommissionen. Papst Franziskus verlieh ihm 2015 kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand den Ehrentitel „Kaplan Seiner Heiligkeit“.

Nach der Trauerfeier wurde der Verstorbene auf dem Kapitelsfriedhof im Kreuzgarten des Doms beigesetzt. Im Anschluss gab es Bier und Bratwurst im Dompfarrheim. So hatte es sich Gerhard Förch gewünscht.